Wall Street Schlussbericht: Starke US-Jobdaten drücken Dow, S&P 500 und Nasdaq ins Minus
Die Wall Street beendet den Freitag schwächer. Ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht treibt die Renditen nach oben und bringt die Frage einer möglichen Fed-Zinserhöhung zurück auf den Tisch.
USADie Wall Street hat den letzten Handelstag der Woche mit Verlusten beendet. Nach dem kräftigen Anstieg vom Donnerstag drehte die Stimmung am Freitag, nachdem der US-Arbeitsmarkt deutlich stärker ausfiel als erwartet. Der S&P 500 verlor 0,4 Prozent auf 7.718,60 Punkte. Der Dow Jones gab 0,5 Prozent auf 53.414,25 Punkte nach, während der Nasdaq Composite 0,3 Prozent auf 26.506,99 Punkte verlor.
Der Arbeitsmarktbericht war der Taktgeber
Im August entstanden außerhalb der Landwirtschaft 162.000 neue Stellen. Erwartet worden war nur ein deutlich geringerer Zuwachs. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,1 Prozent. Damit zeigt die US-Wirtschaft weiterhin eine bemerkenswerte Widerstandskraft.
Für die Aktienmärkte war genau diese Stärke jedoch das Problem. Ein robuster Arbeitsmarkt nimmt der Federal Reserve den Druck, die Geldpolitik zu lockern. Gleichzeitig bleibt die Inflation oberhalb des langfristigen Zielwerts. Entsprechend stiegen die Renditen am Anleihemarkt; die zweijährige US-Treasury-Rendite kletterte auf rund 4,37 Prozent.
Dow schwächer, Nasdaq hält sich etwas besser
Der Dow Jones reagierte besonders empfindlich auf die wieder gestiegenen Zinssorgen. Technologieaktien hielten sich über weite Strecken des Tages etwas besser, konnten sich dem allgemeinen Druck zum Handelsschluss aber ebenfalls nicht vollständig entziehen.
Bemerkenswert bleibt die Wochenbilanz: Trotz des schwachen Freitags gewann der S&P 500 auf Wochensicht leicht hinzu, ebenso der Nasdaq. Der Dow beendete die Woche dagegen moderat im Minus. Das zeigt, dass der übergeordnete Risikoappetit noch nicht vollständig gebrochen ist, die Märkte aber zunehmend empfindlich auf jede Veränderung der Zinserwartungen reagieren.
Einzelwerte zeigen große Unterschiede
Neben dem Makrothema sorgten Unternehmensmeldungen für starke Ausschläge. Lululemon geriet nach einer erneuten Prognosesenkung massiv unter Druck. Adobe verlor nach dem angekündigten Wechsel an der Konzernspitze ebenfalls deutlich. Solche Bewegungen zeigen, dass der Markt trotz hoher Indexstände Unternehmen mit enttäuschenden Perspektiven konsequent abstraft.
Jetzt rücken die Inflationsdaten in den Mittelpunkt
Nach dem Arbeitsmarktbericht ist vor dem Inflationsbericht. In der kommenden Woche werden Verbraucher- und Erzeugerpreise zum entscheidenden Signal für die Fed. Sollten auch diese Daten hartnäckigen Preisdruck zeigen, dürfte die Diskussion über eine Zinserhöhung im September weiter an Fahrt gewinnen. Entspannt sich die Inflation dagegen, könnte der heutige Renditesprung schnell wieder relativiert werden.
Für Anleger ist damit klar: Der Freitag war kein klassischer Konjunkturschock. Die Wirtschaft ist eher zu stark als zu schwach. Die entscheidende Frage lautet, wie viel Stärke die Börse verkraftet, wenn sie gleichzeitig höhere Zinsen einpreisen muss.
Zum Wochenstart bleibt die Kombination aus US-Renditen, Inflationserwartungen und Marktbreite entscheidend. Der S&P 500 sollte zeigen, ob der Freitagsrückgang nur eine Zinsreaktion war oder der Beginn einer größeren Konsolidierung. Nach dem US-Feiertag am Montag dürfte sich der Blick besonders schnell auf die Inflationsdaten der neuen Woche richten.